»Im Stream«
Bringt das Netz neue Spielarten literarischer Intellektualität hervor?
Regie Klaus-Michael Klingsporn, Redaktion Barbara Wahlster
55 min – Produktion DLR 2012

Anfang des Jahrtausends galt Hypertextliteratur als letzter Schrei. Dann verschwand sie sang- und klanglos von der Bildfläche, und trotz des Siegeszugs von Internet und Smartphones scheinen sich seither literarische Ausdrucksformen wieder dem vertrauten Papier zugewandt zu haben. Doch täuscht das nicht? Haben sich nicht ganze Gattungen elektronisch emanzipiert? Die spitzzüngigsten Aphorismen finden sich mittlerweile auf Twitter, und die Form des bebilderten Essays à la Alexander Kluge hat in den sozialen Netzwerken eine ungeahnte Weiterentwicklung genommen. Freilich benutzt nicht mehr nur ein singulärer Autor diese Technik, viele Schreiber erzeugen gemeinsam den Stream. So entsteht ein vielschichtiges Text-Gedanken-Konvolut, ein kollektiver Stream of Consciousness. Allerdings bleibt die Zeitsouveränität des Lesers auf der Strecke: Der Stream will dauernd beobachtet und überwacht sein, was ihn so faszinierend wie beängstigend macht. Bildet sich hier wieder nur eine Avantgarde-Blase wie bei der Hypertextliteratur vor einem Jahrzehnt? Oder werden tatsächlich Strukturen für eine E-Literatur der Zukunft gebahnt, für eine literarisch-politische Intellektualität, die irgendwann den papierenen Diskursen den Rang ablaufen wird?

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»Gelehrter als der Kaufmann, kaufmännischer als der Gelehrte«
Requiem auf den Antiquariatsbuchhandel
Regie Günter Maurer, Redaktion Walter Filz
55 min – Produktion SWR 2012  / Übernahme SR 2013

Sie haben nichts Neues zu verkaufen: die Antiquare. Muffig klingt das Wort, muffig riecht die Ware. Und wenn es sich nicht um wirklich wertvolle Werke handelt, muss man beinahe von Altpapier sprechen. Die Masse der Gebrauchtbücher wird immer größer, der Preiskampf im Internet ist ruinös, Lagerkosten und Ladenmieten steigen. Wer außer ein paar Liebhabern braucht alte Bücher, wenn deren Inhalte digital vorliegen? Ist der Antiquariatsbuchhandel das aussterbende Geschäft einer aussterbenden Spezies? Wird es den notorisch schrägen Altbuchhändler bald nur noch als literarische Figur geben – in Büchern, die auch nur noch antiquarisch sind? Und: Wäre das eigentlich schlimm??

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»Filterwelten«
Vom Sieben der Wirklichkeit
Regie Katrin Moll, Redaktion Klaus Pilger
53 min – Produktion DLF 2012

Filter und Siebe stecken überall – kleine Helfer, die Schmutziges sauber und Durchmischtes rein machen. Als der Zusammenhang zwischen Rauchen und Krebs unübersehbar wurde, führte die Tabakindustrie die Filterzigarette ein, die vorgegeblich Schadstoffe fernhält und einen ungefährlichen Konsum ermöglicht. Viele Raucher glauben das bis heute – Beweis des guten Leumunds, den der Filter hat. Doch neuerdings wird vor der „Filter-Bubble“ gewarnt, einer Welt, in der Informationen vom Computer so personalisiert werden, dass alle Menschen irgendwann in isolierten Ego-Blasen leben. Bedrohen Filter unser Wahrnehmungsvermögen? Eigentlich fühlt es sich umgekehrt an, gerade die digitale Entwicklung verlangt nach Sperren, die uns vor der Informationsflut schützen. E-Mail-Konten ohne Spamfilter – ein Alptraum! Surfen ohne vorstrukturierende Suchmaschinenalgorithmen? Undenkbar. So ist es hohe Zeit, den vielfältigen Filtern ringsum Aufmerksamkeit zu schenken und zu fragen, was wir mit ihnen und sie mit uns machen. Entreichern oder veredeln Filter unser Leben? Falls paradoxerweise beides zugleich zutrifft: Wie sollen wir mit ihrem janusköpfigem Wesen umgehen?

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»Der aufgeklärte Opportunist«
Utopien für den schwachen Menschen
Regie Christiane Klenz, Redaktion Barbara Schäfer
55 min – Produktion BR 2011 / Wiederholung 2012

Opportunismus gilt als schimpflich, verkörpert er doch mangelnde Verlässlichkeit und fehlenden Mut. Dennoch kommt keine moderne Gesellschaft ohne mitlaufende, angepasste und damit opportunistische Massen aus. Man kann davon ausgehen, dass der Herdentrieb eine universelle menschliche Eigenschaft ist. Dennoch gilt der Opportunist als wenig wertvoll und in seiner Massierung als Totengräber der Demokratie. Da ist Aufklärung vonnöten: Die Erkenntnis, dass Anpassungsbereitschaft als positives Steuerungselement benutzt werden kann. Florian Felix Weyh skizziert in seinem Essay den aufgeklärten Opportunisten, der konstruktiv mit erkannten Schwächen umgeht. Der weiß, dass er Belohnungsmechanismen gegenüber anfällig bleibt und nicht versucht, sich darüber hinwegzusetzen. Der seiner staatsbürgerlichen Pflicht nach kommt, indem er sich dafür einsetzt, dass die Belohnungsmechanismen insgesamt im Sinne des bestmöglichen Nutzens für alle geändert werden, auch wenn ihm diese Änderung persönlich schadete.

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»Die Formel«
Wenn die Welt auf einen Code zusammenschrumpft
Regie Philippe Bruehl, Redaktion Klaus Pilger
55 min – Produktion DLF 2011

Wo sich Wissen in Formeln verdichtet, wird es unantastbar. Niemand kann es mehr bezweifeln. Zunächst einmal schüchtert die formale Notation von Algorithmen ein, während Formeln zugleich den Menschen magisch anziehen. Ob Waschmittelformel oder Coca-Cola-Mixtur – wer die Formel hat, der hat die Macht. Jenseits trivialer Mythen fragt das Feature: Was können Formeln überhaupt? Wo stoßen sie an ihre Grenzen, wann werden sie unsinnig? Wann dienen sie der Verschleierung von Unwissen? Die Sendung versammelt kuriose Beispiele aus allen Lebensbereichen wie aus seriöser Physik und Mathematik und durchforstet den Formelwald auf nützliche Algorithmen. Sogar die ›Weltformel‹ wartet im Rara-Lesesaal der Berliner Staatsbibliothek auf ihren Entdecker – wobei sich dahinter freilich eine menschliche Tragödie offenbart.

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»Superheld trifft Superhirn«
Wissenschaftsthriller als verkappte Sachbücher
Regie Klaus-Michael Klingsporn, Redaktion Barbara Wahlster
55 min – Produktion DLR 2011

Sie sind schlau und böse – oder sie sind brillante Retter der Welt! In Wissenschaftsthrillern müssen die Protagonisten mehr als nur schusswaffentauglich sein. Wo abgefeimte Superhirne die Welt bedrohen, bedarf es intellektuell überragender Superhelden, um sie niederzuringen. Seit in Frank Schätzings »Schwarm« eine bedrohliche Intelligenz aus dem Meer aufstieg, erlebt die junge Gattung einen rasanten Aufschwung. Verächter von Unterhaltungsliteratur erleben eine handfeste Überraschung: »Der Schwarm« ist ein verkapptes Sachbuch, und nicht nur er.  Ozeanografie, Astrophysik, Klimaforschung, Genetik, Mathematik, Informatik – vor allem spröde Naturwissenschaften finden in Wissenschaftsthrillern eine populäre Verbreitungsform. Selbst Gelegenheitsleser zeigen sich plötzlich motiviert, dicke Bücher durchzuarbeiten. Was lässt sie mitten im spannendsten Plot mehrseitige Ausführungen zu einem abgelegenen Spezialthema ertragen? Wie gelingt es, eine Spannungshandlung so mit den anspruchsvollen Inhalten zu verbinden, dass die Schweißnähte der Konstruktion unsichtbar bleiben?

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»Störung hören«
Wenn Geräusche irritieren
Regie Philippe Bruehl, Redaktion Klaus Pilger
55 min – Produktion DLF/SWR 2010

Plötzlich ist da ein hohes Sirren im Raum: Kündigt sich ein Tinnitus an oder meldet sich nur ein defektes Heizungsventil? Dann folgt ein arhythmisches Klopfen: Defekte Pumpe oder Poltergeist? Die Beunruhigung wächst. Ist die Störung natürlich oder unnatürlich? Hat sie überhaupt physikalisch stattgefunden - oder ereignet sie sich nur im eigenen Kopf? »Störung hören« macht sich auf die Suche nach irritierenden akustischen Phänomenen: Der unrunde Motorenklang, das Rasseln in den Lungenflügeln. Im Magen-Darm-Trakt ertönen wahre Kakophonien – welche Geräusche aber geben Grund zur Sorge? Es gibt technische Störungen – auch im Rundfunk – und psychische, die sich in winzigen Verschiebungen der Stimmfrequenz niederschlagen. Dabei stiften uns sinnvolle Störgeräusche zu Reparaturhandlungen an, und auf der Intensivstation verweisen nervige Piepsgeräusche auf akuten medizinischen Handlungsbedarf. »Störung hören« spitzt die Ohren und fragt Fachleute verschiedenster Fachrichtungen, wann eine akustische Irritation Informationen enthält, die man nicht leichtfertig ignorieren sollte. Am Ende ist der Hörer ein geschulter Störungshörer ... oder ein nervöser akustischer Hypochonder.

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»Die Ungelesenen«
Über das Schlimmste und Normalste, was Büchern und Autoren passieren kann
Regie Günter Maurer, Redaktion Walter Filz
55 min – Produktion SWR 2010 / Übernahme BR 2011, NDR 2011, DLF 2012

Der Bücherberg wächst jedes Jahr um Hunderttausende. Niemand kann sie alle lesen. Aber kann es sein, dass es Bücher gibt, die niemand liest? In manchen Bibliotheken finden sich Jahre und Jahrhunderte alte Bücher, deren Seitenbögen bis heute nicht aufgeschnitten worden sind. Kommt irgendwann der Tag für sie? Aber auch aktuelle Bücher können sich ihrer Leser nicht sicher sein. Wenn die Auflage klein ist und der Käuferkreis noch kleiner und man bei keinem Käufer weiß, ob er das Buch je aufschlägt. Florian Felix Weyh - selbst Buchautor - unternimmt eine Reise in ein unbekanntes Land, ein Land des Vergessenen und Verbotenen. Und er stellt eine verbotene Frage: Sollte man Bücher mit einem Verfallsdatum versehen? Und danach in den Papiercontainer werfen?

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Link zum kompletten Scan des Voynich-Manuskripts


»Stiefkind des Literaturbetriebs«
Eine Geschichte des Sachbuchs
Regie Autor, Redaktion Anja Brockert
30 min – Produktion SWR 2010 / Übernahme SR 2010

Der erste deutsche Literaturnobelpreisträger war ein Sachbuchautor, der Historiker Theodor Mommsen. Er erhielt den Preis 1902 für seine »Römische Geschichte«. Als 1908 ein zweiter Deutscher gekürt wurde, traf es mit Rudolf Eucken wiederum keinen Belletristen, sondern einen Philosophen. Das Sachbuch hat eine lange, ruhmreiche Geschichte bis zurück ins frühe 19. Jahrhundert. Doch im Feuilleton und bei den Buchkäufern gilt es weiterhin als zweitrangige Textsorte. Nur rein nutzenorientierte Leser, so das Vorurteil, zögen das Sachbuch dem höherwertigen Roman vor. Ein Blick in die Geschichte des populären Sachbuchs zeigt jedoch, dass sich die Highlights des Genres weder sprachlich noch ästhetisch zu verstecken brauchen. Längst hat das Sachbuch eigene erzählerische Standards etabliert – und wer viele Sachbücher liest, wird zumindest nicht dümmer. Höchste Zeit also, dem Stiefkind des Literaturbetriebs mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Manuskript online beim SWR
MP3-Datei (ohne Musik) online beim SWR


»Beim Halma gibt's keinen Elfmeter«
Wie Spielregeln entstehen, warum man sie einhält, und wo der Ernst des Lebens beginnt
Regie Rita Höhne, Redaktion Tanja Runow
55 min – Produktion DLF 2009

Skatrunden, Fußballfans, Schachfreunde, Kinder – alle beschäftigen sich mit ihnen: den Spielregeln. Werden die Regeln auf dem Fußballplatz verletzt, kochen die Emotionen hoch. Beim Mensch-ärgere-dich-nicht sorgen sie für Spannung, zugleich aber auch für Unfrieden: Spielregeln müssen kein reines Glück bescheren! Manchmal sind sie bizarr, manchmal einleuchtend, beim Meta-Spiel Nomic können die Spieler die Regeln sogar selbst ändern. Wer erfindet Spielregeln? Und warum unterwerfen sich ihnen Menschen freiwillig, ja klagen sie auch in der realen Welt ein (etwa wenn sich Manager nicht mehr »an die Spielregeln des Marktes halten«)? Zuweilen dient solch ein Appell nur als Metapher für den Ruf nach härteren Gesetzen. Doch letztlich basieren in der Demokratie einige Rechtsnormen auf freiwilligen Vereinbarungen So entdeckte schon der Soziologe Max Weber im Spiel Züge einer friedlichen Gesellschaftsordnung. Auch heute untersuchen Soziologen, Juristen und Demokratietheoretiker Spielregeln auf ihren theoretischen Wert und analysieren die Positionen von Schiedsrichtern, Spielverderbern und Falschspielern. Denn auch spielerischer Zeitvertreib kann existenziell bedeutsam sein, wie der Schachgroßmeister Paul Keres verriet: »Man gibt Pakete auf, aber keine Schachpartien!«

ALEX-Medienpreis 2010
MP3-Datei online (Ausschnitt)


»Design Deutschland«
Eine Wiederbegegnung
Regie Günter Maurer, Redaktion Walter Filz
55 min – Produktion SWR 2009 / Übernahme WDR 2010

Er war jung und brauchte das Geld. Die Mauer war kaum gefallen, da schrieb der 26-jährige Jungdramatiker Florian Felix Weyh eine satirische Hörspiel-Utopie zur Wiedervereinigung: dreist, giftig, höhnisch – wie es sich für Jungautoren gehört. Doch obwohl er sich beeilte und sein Skript im Dezember 1989 bereits fertig hatte, entwickelten sich die realen Ereignisse rasanter als man sie überspitzt karikieren konnte. Das Hörspiel wurde nie produziert. Jetzt, 20 Jahre später, hat Weyh das Manuskript noch einmal aus der Schublade geholt und festgestellt: In der Sache lag er mit seiner Wiedervereinigungs-Utopie gar nicht so falsch. Was aber seine damalige Haltung betrifft, da erweist sich das Hörspiel als peinlich präpotent, politisch naiv und historisch blind – und also ganz typisch für die erste Reaktion der jüngeren Generation auf die Wende. Die SWR-Featureabteilung inszeniert erstmals Teile von Weyhs 20 Jahre alter Hörspiel-Utopie – und konfrontiert sie mit der realen Gegenwart, auch der ihres Autors.


»Wenn der Hase länger trommelt als der Turnschuh blinken kann«
Kultur und Karriere der Batterie
Regie Günter Maurer, Redaktion Walter Filz
55 min – Produktion SWR 2009 / Übernahme DLF 2011

1,3 Milliarden Batterien werden in Deutschland jedes Jahr in Geräte gesteckt. Und 1,1 Milliarden nach Verbrauch weggeworfen. Das ärgert Umweltschützer. Zu Recht. Aber was wären wir ohne die kleinen (oder auch größeren) Energiebündel? Wir würden ein erhebliches Stück Freiheit (und Freizeit) verlieren. Außerhalb des Hauses und jenseits von Stromleitungen wären wir zurückgeworfen in stille Finsternis: unterwegs ohne Licht und Ton, ohne Auto, ohne Handy, ohne Radio. Und ohne Hasen ... 1973 wurde der batteriebetriebene Werbetrommler geboren, dessen Zellen angeblich länger halten als die der Konkurrenz. In zig Werbespots hat er seine Ausdauer demonstriert. Jetzt feiert der prominente Reklameheld ein Comeback. Als Zeitzeuge, Experte und kompetenter Moderator eines Features über Kultur und Karriere, Vergangenheit und Zukunft der Batterie.

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»Der Kulturfunktionär«
Auf der Suche nach einem scheuen Wesen
Regie Rita Höhne, Redaktion Klaus Pilger
55 min – Produktion DLF 2008 / Wiederholung 2012

Natürlich gibt es ihn nicht mehr, den Kulturfunktionär. Als Teil des Staatskunstbetriebs der DDR ist er 1989 untergegangen. Aber jemand muss auch in der Demokratie seine Arbeit erledigen, pro Jahr acht Milliarden Euro Subventionen unters Volk bringen oder als Verbandslobbyist die Interessen von Eigenbrötlern vertreten. Also gibt es ihn doch, den Kulturfunktionär. Er wirkt als städtischer Angestellter oder Geschäftsführer einer Organisation oder steht einem Verein ehrenamtlich vor. Nur mag er nicht, wenn man ihn so nennt, »Kulturfunktionär« - wie klingt das denn? Nach geistiger Enge, Bürokratie und Gängelei. Er ist ein scheues Wesen und wittert hinter jeder zweiten Frage eine Anschuldigung: Behaupten die Künstler nicht, er verzehre mit seinem fixen Gehalt Gelder, die sie viel produktiver verwenden würden? Arbeitet er nicht der Bürokratie zu? Ein Spannungsfeld. Ein spannendes Feld. Am Ende beneidet der Künstler den Funktionär, und der Funktionär den Künstler. Dabei können sie ohne einander gar nicht sein, denn der Kulturfunktionär versöhnt die Kultur mit der Verwaltung. Zumindest versucht er es.

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»Reich das mal ein!«
Journalistenpreise zwischen PR-Anstrengung und Qualitätsauslese
Regie Günter Maurer, Redaktion Walter Filz
55 min – Produktion SWR 2008 / Übernahme DLF 2009

Der Journalist nimmt, lächelt – und schweigt. Etwa 300 Journalistenpreise werden jährlich im deutschsprachigen Raum vergeben. Darunter sind einige honorige, aber auch manche nicht ganz so ehrenwerte Auszeichnung, die eher dem Preisverleiher selbst nützt – als Werbung. Vor allem die mittelständische Wirtschaft lockt gern mit der Aussicht auf lukrative Preise, damit etwas Freundliches über ihre Branche geschrieben wird. Mit 10.000 Euro ist der Deutsche Preis für Immobilienjournalismus dotiert, 18.000 Euro ist der Medienpreis Friseur wert. Und unglaubliche 50.000 Euro lässt sich der Unternehmer Hans Strothoff seinen Hans-Strothoff-Journalistenpreis kosten. Und führe uns nicht in Versuchung ... Florian Felix Weyh, Autor, Journalist und nicht ganz neidloser Nichtpreisträger, hat sich umgeschaut, wo für Leute wie ihn was zu holen ist, und ab wann sich dabei das Gewissen meldet.

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»Der Keller«
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ine unterirdische Begehung in fünf Gängen
Regie Johannes Mayr, Redaktion Walter Filz
55 min – Produktion SWR 2007 / Übernahme DLF 2008

Versteck, Verlies und Vorratslager, Ort des Verdrängten, Vergessenen und Verbotenen oder auch wilder Partys – das alles ist der Keller. Der eine hat eine Leiche drin, der andere nur Einweckgläser. Und viele haben dunkle Erinnerungen: Kohlengeruch und Kindergrusel. In fünf Gängen steigt Florian Felix Weyh in die Tiefen des Kellers und seiner Mythen und Wirklichkeiten. Die sinnliche Kellerwelt mysteriöser Gerüche wird ebenso erkundet wie der schützende Kellerbunker oder die Abgründe abgelegter Vergangenheiten. Architekten, Lageristen, Bühnenbildner, Handwerker, Historiker, Häuslebauer und andere Kellerkinder erzählen ihre finstersten Erlebnisse im Tiefgeschoss und berichten von ihren strahlendsten Eingebungen – im Dunkelgeschoss unter der Oberfläche aller Überbauten

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